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Flachlanden, ein fixer Reisebericht

Hey, ich hatte Do./Fr. frei, was tun, Steuererklärung, aufräumen ? Nee, sollte was mit Rad werden.

Jetzt muss ich gleich mal abschweifen, aber ihr Jungen da draußen, nehmt Navi und Smartphone nicht als selbstverständlich hin, huldigt sie mit dem gebührenden Respekt. In meiner Jugend ( o.k. , alter Sack, ich geb´s zu) war ein spontaner Kurzurlaub 2 Wochen Vorbereitungszeit und Karten studieren. Trotzdem ´zig mal verfahren.

Also, Montag abends, Google Earth, was gibt’s im Umkreis von 500 km. Und siehe da, die Flachlanden sind ja gar nicht so weit weg. Warum nicht fix mit dem Fixie flachfahren ? Wobei Amsterdam… Vielleicht doch ´ne Vorderradbremse zur Oberschenkelbremse… .Damit war ich dann aber gegenüber den meisten Hollandrädern, nur mit Rücktrittbremse, völlig overdressed.

Mittwoch 21:00 Uhr Abfahrt, geplant erstmal 400 km durch die Nacht (ach so, 28 Jahre olles Wohnmobil, 85 PS) das sind ca. 6 Std, Fahrt. Getan wie geplant, 03:00 Pause, schlafen. 07:00 weitere 150 km, dann Campingplatz-Suche nahe Utrecht. Echt tricky, da die meisten Plätze erst April öffnen, Stellplätze abklappern zu unsicher ob frei. Also zurück, und in Marteensdijk einen Bauernhof-Camping gefunden. 09:30 eingecheckt, 10:30 abradeln nach Utrecht, 20 km bis Mitte.

Wenn Ihr glaubt eine Vorstellungen vom Radfahren in Holland habt, vergesst es. Das muss jede(r) selbst mal erlebt haben. Autos, Radfahrer und Fußgänger arrangieren sich mit Blickkontakt. Alles, wuselt, kreuzt, rast, überholt (Mofas 25 km/h dürfen auf Radweg fahren, keine Helmpflicht) gleichzeitig in alle Richtungen. Sieht aus wie der Blick von oben auf einen Ameisenhaufen, da kracht in der Rush-Hour auch nicht ständig einer in den anderen rein. In 2 Tagen nicht mal einen Rempler gesehen. Wie das geht ? Keiner pocht auf sein Vorfahrtsrecht. In Deutschland würde es alle Minute woanders krachen.

Donnerstag gechillt in und um Utrecht fixe 50 km gemacht, viel gesehen, gut gegessen. Wetter war mies, kalt, 0 Sonne aber wenigstens kein Regen. Abends am Platz dann nette Leute kennengelernt. Die Gefährten reisten mit Rad und `leichtem Gepäck´, aber nicht um Orks zu jagen, sondern auch auf dem Weg nach Amstertown. Hey, Johannes, nochmal Danke für den netten Abend mit Euch.

Für Freitag waren 9 Sonnenstunden angesagt. Also Messenger-Bag Regenzeugs raus und frei für Einkäufe gemacht, 10:00 Uhr Abfahrt, 40 km Radfahrer-Autobahn vom feinsten.

In NL gibt es zum einen die Schnellradwege von A nach B aber auch Radwege zu verschiedenen Knotenpunkten, aussichtsreicher mit Sehenswürdigkeiten usw.

Ich wählte die schnellste Verbindung zwischen 2 Punkten, eine (möglichst) Grade. Aber als Ortsunkundiger ist zus. Navi oder Google Maps zu empfehlen. Dann merkt man nach 200 m ob richtig, nicht erst nach 2 km.

Jepp, Amsterverdammt. Was soll ich sagen, Touri-Town, mir fast schon zu heftig im Gegensatz zu Utrecht…. Und das an einem 9. März, unglaublich. Jedenfalls trotzdem riesig Spaß gehabt dort Rad zu fahren, Rad zu schieben, Radelnde zu bestaunen, sogenannte Gebrauchtradhändler an jeder Ecke zu sehen, erstaunt zu sein über die vielen Schrotträder (bestimmt haben manche auch ein `Sonntagsrad`). Ich schätze  die meisten Eingeborenen dort fahren nicht zum Spaß Rad, es geht dort einfach nicht ohne. Und sie ziehen sich auf den Weg zur Arbeit nicht wegen läppische 20 km Lycra an und sehen aus wie auf der Tour de France. Das geht alles im Buisness-Dress und Rock mit Pelzjacke und High-Heels. Und seit versichert, mit 1 Gang machen viele von denen uns sowas von nass, Respekt dafür.

Tja, nach langem Tag war Rückfahrt nach Utrecht mit Zug geplant, geht aber mit Bike erst ab 18:30. Also 19:00 in Utrecht angekommen, Bhf, am anderen Ende der Stadt wo ich wieder raus muss, Richtung Camping. Planlos, aber Dank Google-Maps den Weg gefunden, aber das saugt Akku wie ein Vampir. Mit dem letzten Fussel aus ´ner extra Power-Bank den Weg gefunden, aber vor lauter Phone an und aus um Energie zu sparen, im Dunkeln Gehwegkante übersehen und Bekanntschaft mit Googles-Earth gemacht und meine DNA im Asphalt hinterlassen…

Im WoMo dann noch ´Büchse Irgendwas an Dosenöffner´ genossen und rund 110 km, fix durch NL, nochmal sacken lassen. Dabei – natürlich war ein Plattenspieler dabei – meine neuen Vinyl-Schätze vom Flohmarkt   genossen. Samstag ausgeschlafen, gefrühstückt, Heimfahrt,17:30 gelandet.

Was ich damit eigentlich nur kurz sagen wollte, ist dann aber doch länger geworden…..:                               Mit vorausschauender Planung geht Auto UND Rad zusammen, nicht entweder oder.  Ganz einfach bei jeder neuen Autostraße daneben einen Radweg mit planen, nicht hinterher einen auf die Straße draufmalen.  

Geht doch auch mal zur größten, täglichen CM, kann ich nur wärmstens empfehlen.

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